Gastpost: Traumfänger

Hallo, ich bin die Urlaubsvertretung. Die liebe Lisa tummelt sich ja gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, weshalb ich heute auf ihrem Blog die Sau rauslassen kann. Juhu! Keine Panik Lisa, ich werd‘ keine Unordnung hinterlassen… nur ein bisschen Chaos vielleicht. Zuallererst solltet ihr aber wissen wer da eigentlich schreibt, werkelt und auch Unordnung hinterlässt (wirklich nur ein ganz klein wenig.. Chaos gehört irgendwie dazu). Ich bin Franzy und für gewöhnlich findet man mich und mein Chaos auf meinem eigenen Blog: Der Schlüssel zum Glück. Dort schreibe ich über Innenarchitektur und Design, hinterlasse Unordnung beim Basteln und Gestalten und schwinge ab und an sogar den Kochlöffel (eher selten. meine Begabungen liegen definitiv woanders). Schaut doch mal rein…. und nicht nur, wenn euch dieser Beitrag gefällt, sondern auch wenn ihr denkt „Gott, was für ’n esoterischer Kram. „Esoterischer Kram? Was hat die denn vor?“ Naja…. heute geht’s um Träume. Nicht um den amerikanischen Traum (um hier wieder zu Lisas Urlaub überzuleiten), sondern um das Filtern von Träumen. Wir basteln einen TRAUMFÄNGER. Auch voll amerikanisch und voll im Trend!

Die amerikanischen Ureinwohner erzählen sich die Geschichte eines Kindes mit schrecklichen Träumen. Das Kleine quängelte und weinte nachts, konnte nicht schlafen, litt furchtbar unter seinen Albträumen. die Mutter war verzweifelt und bat schließlich die Spinnenfrau ihr zu helfen. Figuren wie die Spinnenfrau, auch oft als Trickster bezeichnet, spielen den Göttern gerne Streiche und sind deshalb oft bereit die Menschen zu unterstützen, auch wenn das nicht Teil des göttlichen Planes war. Die Spinnenfrau willigte also ein und begann ein besonderes Netz zu spinnen. Allerlei Dinge flocht sie ein: Federn,Holzstücke und so einiges mehr. Dieses Netz sollte die Mutter über das Bett ihres Kindes hängen. Die bösen Träume würden sich darin verfangen, die guten gelangen durch das kleine Loch in der Mitte aber hindurch und begleiten das Kind im Schlaf. Hat offensichtlich funktioniert, denn warum sonst sollte der Traumfänger so populär geworden sein? Und heute zeige ich euch wie ihr zu schönen Träumen kommt:

Was ihr dazu braucht

  • Einen Drahtring (andere Materialien gehen natürlich auch)
  • Wolle, Garn, Fäden, Bast, Stoff oder was auch immer ihr euch vorstellen könnt, um es zu einem Netz zu weben
  • Perlen und andere Schmuckteile die euch gefallen
  • Federn
  • Nadel
  • Schere
  • Flüssigkleber

Ich hab mir Großes vorgenommen und wollte einen besonders feinen Traumfänger knüpfen. also hab ich mir stabiles, feines Garn besorgt, Farblich alles abgestimmt (ja, ich steh auf Schwarz!) und für euch losgelegt.

Ich hab auch ’n Haufen Bilder vom Prozess gemacht und natürlich alle Materialien abgelichtet. Ja…. mit der neuen Kamera. Tolles Teil! Das tolle Teil fotografiert sogar, wenn keine Karte eingesetzt ist und zeigt das Bild auch an. Praktisch! … Praktisch wenn man’s weiß. Unpraktisch, wen man euphorisch loslegt und bastelt und knippst was das Zeug hält um dann mit einem fertigen Traumfänger dazustehen und KEIN EINZIGES BILD vom Prozess hat… Ja, ihr wisst bescheid.

Also deshalb fehlt der Metallring auf dem Materialfoto, das Garn ist fast leer und die Anleitung erfolgt per Zeichnung. Ja, ihr könnte jetzt aufhören zu lachen…. Ist vielleicht auch besser mit den Zeichnungen, denn nur mit Fotos ist es wirkliche in bisschen schwierig darzustellen, wie ihr am besten arbeitet. Schluss mit langem Geplänkel! Es geht los!

So geht’s

Zunächst muss der Drahtring schöner werden. Nehmt euer favorisiertes Garn oder was auch immer ihr verwenden möchtet (auch Stoffstreifen sehen hierfür z.B. toll aus) und knotet es erst einmal fest. Da darf ruhig ein gutes Stück Faden hängenbleiben. Das wird später der Aufhänger für den Traumfänger. Jetzt fleißig den Ring mit dem Garn umwickeln.. und wickeln, und wickeln, und wickeln. Das kann schon ein Weilchen dauern. Nur Geduld. Am Ende wieder festknoten. Der erste Schritt ist schon mal geschafft.

Jetzt kommt der schwierigste Schritt: Das Netz knoten. Für das Geflecht verwendet ihr am besten einen Faden der sich nicht so schnell in seine Einzelteile aufsplintet. mit zunehmender Netzgröße wird die Fädelarbeit nämlich immer fummliger. Knotet das Ende eures Fadens am selben Punkt an dem sich auch der Aufhänger für euren Traumfänger befindet am Drahtring fest. Jetzt der zweite „Knoten“: Wickelt das Garn von oben nach unten um den Drahtring, führt das Ende der Schnur dabei durch die entstanden Schlaufe, platziert den Knoten im gewünschten Abstand zum ersten Knoten und zieht ihn fest. Extra für euch hab‘ ich mir auch mal in einem Buch eine Anleitung angesehen. dort wird der Knoten als „halber Knoten“ bezeichnet. Ob mir das ohne Bild was gebracht hätte weiß ich aber auch nicht. Jetzt einfach weiterknoten. Der Abstand zwischen den Einzelnen Knoten sollte möglichst immer gleich sein. Die Anzahl der Knotenpunkte legt ihr selbst fest. Je mehr Punkte und je enger sie zusammenstehen, desto feingliedriger wird das Netz am Ende werden. Der letzte Knotenpunkt befindet sich einen Abstand vor dem ersten, NICHT direkt am Anfang.

Jetzt wird es wieder einfacher: Das Geflecht selbst. Am besten wickelt ihr nun ein langes Stück eures Fadens ab und nutzt die Nadel. Wie lang das Stück sein muss ist abhängig von Größe und Feingliedrigkeit eures Traumfängers. Je mehr Knotenpunkte ihr im zweiten Schritt gemacht habt, desto mehr Faden benötigt ihr. Da es doof aussieht,wenn Faden mitten im Netz angestückelt wird rate ich dazu lieber mal mehr abzuwickeln. Ich hab übrigens so einen doofen Ansatzknoten im Traumfänger.. wer findet ihn? So.. Nadel eingefädelt? Dann los: Ihr führt eure Nadel (mit Faden) von oben nach unten durch die im ersten Schritt entstandenen Lücken. Spannen. nächste Lücke – von oben nach unten fädeln, gespannt halten… nächste Lücke…. und rund rum..immer weiter und weiter und weiter, bis ihr einen Drehwurm habt oder euch das Netz gefällt und ihr aufhören möchtet. Falls ihr Perlen einflechten möchtet könnt ihr diese einfach mit auf euren Faden auffädeln und im Netz platzieren.

Jetzt der Feinschliff: Bänder, Federn, Perlen oder was euch sonst noch einfällt können entweder angeknotet oder mit etwas Heißkleber angeklebt werden. Kleiner Tipp: Ich stecke die Federn immer in mit Flüssigkleber gefüllte Perlen. Hält nach dem Trocknen bombenfest. Auf meinem Blog zeige ich heute noch die ein oder andere Traumfängeridee. Schaut doch mal rein. Inspiration zu Materialien und Dekoration gibt es aber auch haufenweise im Netz.

Ich hoffe die Anleitung war nicht zu wirr…. ist nämlich eigentlich recht einfach, wenn man’s mal gezeigt bekommt. Solltet ihr Probleme haben schreibt mir einfach. Dann wünsch ich euch mal schöne Träume mit dem Traumfänger über’m Bett!

Ganz viele liebe Grüße!

– Franzy –

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, liebe Franzy, der ist wirklich toll. ich habe mich auch schon mal daran versucht, aber das war soo viel gewickel und dann war alles krum und schief… Vielleicht probier iches mit der Anleitung noch einmal…
    Liebe Grüße
    Liska

    Antworten

    • Hey Liska,
      freut mich total, dass er dir gefällt, der Traumfänger.
      Ich mag das Gewickel auch nicht wirklich, aber je nachdem welche Wolle man nimmt geht es sehr gut. Ich hab ein sehr festes und breites Garn gewählt. Klappt super 😉
      Bin schon gespannt auf dein Ergebnis.

      Viele liebe Grüße

      Franzy

      Antworten

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